Musikalischer Verein 1847 Winterhausen 
 Mitglied im Deutschen Chorverband und Fränkischen Sängerbund
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Aus der Chronik des Vereins

Link zur Chronik Kirchenchor
Ein Winterhäuser Verein wird gepflanzt
und übersteht die Stürme der Zeiten.

171 Jahre ist es also her,
dass der Musikalische Verein
1847 gegründet wurde. Gruppenbild 1949
Das geschah so:
An einem Sommerabend am
7. Juni 1846 trafen sich im Gasthaus zum "Schwarzen Adler" heutiges Zobelhaus) eine Anzahl von Männern, die sangeswillig und musizierfreudig waren. Diese Gruppe beschloss,
in dieser gärenden Zeit einen Verein für musikalische Unterhaltung zu gründen.
Zu dieser Gruppe gehörte auch Georg Christian Hamm,
der damals in Winterhausen eine Musikkapelle leitete,
sowie seine beiden Söhne: Christian - Stadtkantor und Lehrer in Kitzingen; und Valentin - Musikdirektor und Komponist in Würzburg, außerdem ein enger Freund Richard Wagners.
Die Einheits- und Einigungsbewegungen in deutschen Landen waren auf einen gewissen Höhepunkt angelangt.
Eine vaterländische Welle überspülte das deutsche Land.
Die Sängerbewegung wurde durch den Freiheitsgedanken,
der von den Befreiungskriegen 1813 - 1814 ausging, beschleunigt. Überall in den Städten bildeten sich Liedertafeln, die allerdings das Ziel hatten besonders vaterländische Lieder in Massenchören der Öffentlichkeit darzubieten.

Und wie sah es um diese Zeit in unserem Winterhausen aus?
Das Leben floss gemächlich dahin, Kuh- und Pferdegespanne ratterten über das Dorfpflaster. Es gab noch keine Autos und kein ICE fuhr durch die Gemarkung. Denn die Bahnstrecke Würzburg- Ansbach- München wurde erst 1856 gebaut. Eine geruhsame Zeit also, in der, der Mensch noch nicht von Maschinen und Computern angetrieben und ersetzt wurde. Da war also ein solch geplanter Verein zur Pflege der Vokal- und Instrumentalmusik eine wirkliche Notwendigkeit. Die Gründungsgruppe beim Adlerwirt entwarf gleich die Statuten für den Verein die 1847 durch eine königliche Order genehmigt wurden und in Kraft traten.
Diese Statuten sind in Originalschrift erhalten und haben zum teil heute noch Gültigkeit. Im Protokollbuch des Jahres 1904 befindet sich eine Randnotiz: "Im Jahr 1904 im Juli hat sich der Verein eine Fahne gekauft. Die Einweihungsfeier fand auf dem Bierkeller statt".
1913 tritt der Verein dem Fränkischen Sängerbund bei.

Als ein bedeutendes Vorkommnis ist zu werten, dass der Musikalische Verein, der ja bisher nur ein Männerchor war,
1921 einen gemischten Chor unter der Leitung von Lehrer Schilling erhält. Von jetzt an war es auch Damen gestattet die Mitgliedschaft zu erwerben.
Gruppenbild 1997 In den Jahren des Dritten Reiches konnte sich der Verein keiner großen Blüte erfreuen, da er von den Bestrebungen dieser Zeit überspielt wurde. Den tiefsten Punkt erlitt unser Verein, als er nach dem Zusammenbruch 1945 durch Dekret der amerikanischen Besatzungsmacht verboten wurde, wie alle Vereine in Deutschland. Als erstes durften dann - nach Normalisierung der Verhältnisse - wieder Turn- und Sportvereine in Aktion treten.
Dazu gehörte auch der 1. FC Winterhausen. Noch im selben Jahr konnte sich der Musikalische Verein dem 1. FC als Sängerabteilung anschließen, der dem Verein bis 1950 Obdach bot.
In diesem Zusammenhang muss der Name des damaligen 1. Vorsitzenden Paulus Dürr genannt werden, der entschieden dazu beigetragen hat, dem Musikalischen Verein ein Wiederaufleben zu ermöglichen.
1947 übernahm Heinrich Dürr den Chor und führte ihn über 40 Jahre lang. Zur gleichen Zeit gründete er ein "Liebhaberorchester", so dass der Verein seinen Namen wieder alle Ehre machte.
Der Verein wuchs zur großen Blüte, das gesellige Leben des Dorfes wurde durch Operetten- und Liederabende, Theateraufführungen, ja sogar durch Ballettvorführungen bereichert. Es wurden große Sängertreffen besucht und die Sängerinnen und Sänger durften in der Gewissheit nach Hause fahren, zu den Besten zu zählen. In Bad Kissingen erhielt der Chor für seinen Liedvortrag den 1. Preis.
1957 wurde dem Chor die "Zelter Plakette", eine Auszeichnung des Deutschen Sängerbundes für Verdienste um Chorgesang und Volkslied, vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss
in Köln persönlich überreicht.
Stolz sind wir auch auf unsere Musikkapelle, die 1982 unser
damaliger 1. Vorsitzende Siegfried Richter,
als Jugendkapelle gründete, und aus unserer Sängerfamilie hervorging.
Gruppenbild 2007
Mehrere Jahre später konnte der Musikalische Verein entscheidende Impulse geben, einen Kinderchor ins Leben zu rufen, der jedoch seit 1996 unter der alleinigen Trägerschaft der Kirchengemeinde steht.
In diesem Zusammenhang muss unserem, leider im Januar 2008 verstorbenen, Ehrenvorsitzenden Siegfried Richter Anerkennung und Lob ausgesprochen werden für sein großes Engagement, das er bei der Förderung unserer Nachwuchsarbeit sowohl im Zusammenhang mit der Gründung der Jugendkapelle (1982) als auch des Kinderchores gezeigt hat.
Weiterhin haben wir nicht aufgehört musikalischen Nachwuchs zu fördern, so bestand von 1999 bis 2012 unter der Leitung von Rainer Kogelschatz unser Jugendchor "Sing for Fun", damals
aus 15 Sängerinnen, deren Repertoire aus Gospels, englischen Balladen, Songs aus Musicals, und Schlagern bestand.
Seit Herbst 2007 läuft ein Chorprojekt "Sing & Swing"
für Leute zwischen 20 und 100 Jahren, ebenfalls unter Leitung
von Rainer Kogelschatz. Hier werden zurzeit ein ABBA-Medley
und engl. "Ohrwürmer" der 60er Jahre einstudiert.
Der Musikalische Verein ist auch heute noch vielfältig aktiv und darf auf eine nun 171 jährige Tradition zurückblicken.

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